Daheim Bleiben AG passt Angebot in Liechtenstein an

17. Juli 2026

Preisanpassung

Nach über einem Jahr intensiver Gespräche mit Behörden, Institutionen und verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen haben wir uns zu einem Schritt entschlossen, den wir gerne vermieden hätten: Die Preise für unsere Dienstleistungen in Liechtenstein werden per sofort angepasst (nur für Neu-Klienten, bestehende sind davon nicht betroffen). Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Dieser Entscheid ist nicht auf steigende Löhne oder höhere Betriebskosten zurückzuführen. Der Hauptgrund liegt vielmehr in den weiterhin fehlende Zulassung, Pflegeleistungen unserer Klientinnen und Klienten über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) abrechnen zu können, obwohl Daheim Bleiben AG als Organisation der Hauskrankenpflege in Liechtenstein bewilligt ist und die entsprechenden fachlichen Strukturen aufgebaut hat.

Nach zahlreichen Gesprächen, Lösungsvorschlägen und Abklärungen müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass derzeit keine praktikable Lösung in Sicht ist. Für uns als Unternehmen bedeutet dies, dass wir weiterhin Leistungen erbringen und Strukturen finanzieren müssen, die im bestehenden System nicht gleich behandelt werden wie vergleichbare Angebote.

Was bedeutet das für unsere Klientinnen und Klienten?

Die aktuelle Situation führt zu einer für viele Familien schwer nachvollziehbaren Ausgangslage.

Unsere Betreuungspersonen leben vor Ort, begleiten die Menschen im Alltag, unterstützen bei der Grundpflege und werden durch fest zugeteilte diplomierte Pflegefachpersonen begleitet. Gleichzeitig können die von uns erbrachten Pflegeleistungen heute nicht auf direktem Weg über die Krankenversicherung abgerechnet werden.

Gleichzeitig hat die Familienhilfe Liechtenstein bestätigt, dass sie auch bei Klientinnen und Klienten von 24-Stunden-Betreuungsorganisationen tätig ist und bei Bedarf Grundpflege sowie Behandlungspflege durch ihre eigenen Mitarbeitenden erbringt. Die Familienhilfe verrechnet dabei ausschliesslich jene Leistungen, welche durch ihre eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erbracht werden.

Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich festhalten, dass wir die Familienhilfe Liechtenstein als wichtige Partnerin in der Versorgung der liechtensteinischen Bevölkerung wahrnehmen und ihre Arbeit sehr schätzen. Die Familienhilfe bewegt sich innerhalb der bestehenden gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen und trägt täglich wesentlich zur Sicherstellung der Pflegeversorgung im Land bei.

Umso bedauerlicher ist aus unserer Sicht die aktuelle Situation für die betroffenen Familien. Denn diese führt dazu, dass bei einzelnen Klientinnen und Klienten zusätzlich Leistungen der Familienhilfe beigezogen werden müssen, um eine Abrechnung über die Krankenversicherung zu ermöglichen, obwohl bereits qualifiziertes Fachpersonal von Daheim Bleiben AG vor Ort tätig ist und die Betreuung begleitet.

Die eigentliche Frage richtet sich deshalb nicht an die Familienhilfe, sondern an die bestehenden Rahmenbedingungen: Weshalb werden unterschiedliche Versorgungsmodelle trotz vergleichbarer fachlicher Anforderungen bei der Finanzierung unterschiedlich behandelt? Und weshalb wird eine Lösung für diese seit Jahren bekannte Problematik weiterhin nicht geschaffen?

Warum diese Situation problematisch ist

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf einzelne Familien. Aus unserer Sicht betrifft die Thematik die gesamte zukünftige Ausrichtung der Betreuung und Pflege in Liechtenstein.

Seit Jahren wird über die Herausforderungen der sogenannten Pflegemigration diskutiert. Regelmässig wird darauf hingewiesen, dass ein erheblicher Teil der 24-Stunden-Betreuung in Europa auf Modellen basiert, bei denen Betreuungskräfte nur unzureichend abgesichert sind oder rechtliche Graubereiche bestehen. Gleichzeitig wird politisch immer wieder gefordert, faire Arbeitsbedingungen, Sozialversicherungen, professionelle Qualitätsstandards und transparente Verantwortlichkeiten zu stärken.

Genau diesen Weg haben wir bewusst eingeschlagen.

Unsere Betreuungskräfte sind korrekt angestellt. Wir entrichten Sozialversicherungsbeiträge. Wir investieren in Weiterbildung, Qualitätsmanagement und professionelle Pflegestrukturen. Unsere Klientinnen und Klienten werden durch diplomierte Pflegefachpersonen begleitet. Wir verfügen über die erforderlichen Bewilligungen, rund 15 Jahre Erfahrung, und erfüllen die entsprechenden Anforderungen an eine professionelle Organisation der Hauskrankenpflege.

Genau solche Modelle werden seit Jahren gefordert.

Umso schwieriger nachvollziehbar ist für uns, dass Anbieter, welche diese Anforderungen tatsächlich umsetzen, bei der Finanzierung der Leistungen bis heute strukturell benachteiligt werden.

Die aktuelle Situation führt faktisch dazu, dass Familien einen erheblichen Teil der Mehrkosten selber tragen müssen, wenn sie sich bewusst für ein legales, transparentes und qualitativ abgesichertes Modell entscheiden.

Damit entsteht ein problematischer Anreiz: Anbieter mit weniger umfassenden Strukturen können häufig günstiger auftreten, während jene Unternehmen, die faire Anstellungsbedingungen, Pflegefachpersonen, Qualitätsmanagement und gesetzeskonforme Prozesse finanzieren, wirtschaftlich unter Druck geraten.

Aus unserer Sicht kann dies langfristig weder im Interesse der betreuungsbedürftigen Menschen, noch ihrer Angehörigen, noch der Betreuungskräfte selbst sein.

Weniger Wahlfreiheit für Familien

Ein modernes Gesundheitssystem sollte verschiedene Versorgungsmodelle zulassen und den Menschen echte Wahlfreiheit ermöglichen.

Familien haben unterschiedliche Bedürfnisse. Manche wünschen sich punktuelle Unterstützung, andere benötigen tägliche Spitex-Leistungen und wieder andere sind auf eine umfassende 24-Stunden-Betreuung angewiesen.

Gerade in diesem Bereich wären unterschiedliche Anbieter, innovative Modelle und ein fairer Wettbewerb ein Gewinn für die Bevölkerung. Stattdessen bleibt die Situation seit Jahren unverändert, obwohl die bekannten Herausforderungen in der 24-Stunden-Betreuung weiterhin bestehen.

Für die betroffenen Familien bedeutet dies weniger Auswahl und weniger Flexibilität. Für Unternehmen wie Daheim Bleiben AG bedeutet es, dass sie trotz hoher Investitionen in Qualität, Rechtssicherheit und professionelle Pflegebegleitung nicht unter vergleichbaren Rahmenbedingungen arbeiten können.

Wir ziehen die unternehmerische Notbremse

Als verantwortungsvolles Unternehmen müssen wir deshalb handeln.

Wir können auf Dauer nicht Leistungen zu Rahmenbedingungen erbringen, die wirtschaftlich nicht tragfähig sind. Die nun beschlossene Preisanpassung ist deshalb keine strategische Entscheidung für mehr Gewinn, sondern eine notwendige Massnahme, um unsere Dienstleistungen weiterhin nachhaltig und in der gewohnten Qualität anbieten zu können.

Wir werden unsere Aktivitäten in Liechtenstein deshalb auf ein wirtschaftlich vertretbares Mass ausrichten. Gleichzeitig bleiben wir weiterhin für bestehende und neue Klientinnen und Klienten da, die bewusst auf Qualität, Rechtssicherheit und faire Arbeitsbedingungen setzen.

Wir bleiben überzeugt von Liechtenstein

Trotz dieser Entwicklung blicken wir nicht negativ auf unsere Tätigkeit in Liechtenstein.

Dank dem liechtensteinischen Pflegegeld bestehen weiterhin deutlich attraktivere Rahmenbedingungen als in vielen Regionen der Schweiz. Auch nach der Preisanpassung bleibt die Betreuung durch Daheim Bleiben AG für zahlreiche Familien eine wirtschaftlich interessante Alternative zum Heimeintritt.

Vor allem aber durften wir in den vergangenen Jahren viele positive Begegnungen erleben. Angehörige, Gemeinden, Fachpersonen, Mitarbeitende und zahlreiche engagierte Menschen haben unsere Bemühungen unterstützt und gezeigt, dass der Wunsch nach einer professionellen, fairen und transparenten 24-Stunden-Betreuung vorhanden ist.

Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.❤️

Wir bleiben überzeugt, dass betreuungsbedürftige Menschen eine echte Wahlfreiheit verdienen. Wir bleiben überzeugt, dass faire Arbeitsbedingungen für Betreuungskräfte wichtig sind. Und wir bleiben überzeugt, dass Qualität, Professionalität und Menschlichkeit langfristig die richtigen Grundlagen für die Betreuung zuhause sind.

Wir freuen uns deshalb auf alle Familien, Partnerinnen und Partner sowie Unterstützerinnen und Unterstützer, die diesen Weg gemeinsam mit uns weitergehen möchten.